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Gewinn deine Waschküche zurück - die Angst vor Spinnen loswerden

«Spinnenphobie Gründe» – diese Eingabe in Google gibt 49’500 deutsche Treffer, wechselt man auf den medizinischen Fachbegriff «Arachnophobia» sind es immer über 2 Millionen Treffer.

Anzeichen einer Spinnenangst

Offensichtlich beschäftigen sich zahlreiche Psychologenteams, Gesellschafts- und Evolutionswissenschafter mit den Gründen für diese Phobie. Phobie bezeichnet eine Art Angst, die zu einer übertriebenen Reaktion auf eine Situation oder ein Objekt (hier also die Spinne) führt. Unter übertrieben gelten die folgenden Symptome:

·        Herzrasen

·        zitternde Hände

·        Schweissausbrüche

·        Atemnot

·        Schwindel 

Bist du von Spinnenangst betroffen?

Vielleicht kennst du wen oder du bist selbst betroffen? Oder denkst du, dass du die Tiere einfach nicht besonders magst? Zeit mit dir ehrlich zu sein und dich zu deiner Phobie bekennen solltest du, wenn du dich in einem oder mehreren Punkten wiedererkennst (und du wohnst nicht in Australien oder in den Tropen, da könnte sie giftig sein und deine Bedenken unter Umständen berechtigt sein…)

·        Ausweichen: Du möchtest deine Wäsche aufhängen, traust dich aber nicht in die Waschküche, weil da eine Hausspinne eingezogen ist?

·        Wissen, wo sie ist: Wenn du eine Spinne in deinem Schlafzimmer aus den Augen verloren hast, machst du für den Rest der Nacht kein Auge zu (du weisst wahrscheinlich auch schon, dass eine Hausspinne gut ein Jahr alt werden kann)?

·        Unfähig, «sie» in die Freiheit zu begleiten: Du bittest deinen 8jährigen Sohn um Hilfe, er soll die Spinne im Badezimmer sofort entfernen.

·        Angst, dass sie zurückkommt: Du würdest eine Spinne nie mit dem Staubsauger einsaugen und zwar nicht aus Mitleid mit dem Tier, sondern aus Angst, dass sie wieder zurückklettert? 

Ausweichmanöver kosten Energie

Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann ist von einer mehr oder weniger stark ausgeprägten Spinnenphobie betroffen. Interessanterweise kann gerade die Spinnenphobie im Alltag recht gut versteckt werden. Die Wäsche kann gut auch am nächsten Tag aufgehängt werden… Dieses Verstecken macht aus den folgenden Gründen keinen Sinn:

·        Ausweichmanöver im Leben kosten extra Energie und sind kompliziert: Wer nur so vor Vitalität strotzt, kann sich das leisten. All jene, die froh sind, wenn sie genügend Energie für ihre alltäglichen Aufgaben haben, sollten diese nicht für aufwändige Ausweichmanöver verschwenden.

·        Phobien – nähren sich selbst und werden immer stärker. Jede Angstreaktion nährt die nächste: Je älter man wird, desto heftiger wird die Reaktion sein und desto aufwändiger werden die Ausweichmanöver werden.

·        Falls du Kinder hast: die Spinnenphobie ist ein Klassiker, der gerne von Eltern an ihre Kinder weitergegeben wird.

 

Keiner der 39'500 Treffer klärt den Grund der Spinnenphobie mit Sicherheit. Ich glaube daran, dass jede und jeder seine persönliche Geschichte, seine Biografie hat.

Gute Therapieerfolge

Einig sind sich die Experten in dem Punkt, dass man die Spinnenphobie im Vergleich zu anderen Ängsten gut loswerden kann. Häufig empfohlen werden die folgenden Ansätze:

·        Konfrontationstherapie: Wer es auf die harte Tour mag, wählt die Konfrontationstherapie. Die beginnt bei Bildern, Büchern, Gummispinnen und endet mit der effektiven Begegnung mit Körperkontakt mit der Spinne.

·        Erfolgreich Vermeiden: Wer weiterhin aufs Vermeiden setzt, findet Tipps wie das Tragen von blauer Kleidung, das Vermeiden von grüner Kleidung und Sprühen von ätherischen Ölen wie Pfefferminze und Lavendel in betroffenen Räumen.  

·        Anfreunden: Wer gerne Youtube-Videos schaut, kann sich mit «Lucas the spider» vergnügen; ich befürchte, dass die Spinne in der Waschküche einfach nicht wie das niedliche Kuscheltier im Film ausschaut.

Hand aufs Herz: welche Hausspinne gleicht denn wirklich dem niedlichen Kuscheltier aus dem Film? Vermeiden entspricht in meinem Verständnis einem Ausweichmanöver, das Energie braucht. Die Konfrontationstherapie wirkt, wenn sie konsequent und professionell ausgeführt wird. Persönlich finde ich es schrecklich, einen Menschen länger und intensiver als unbedingt nötig in stressige Zustände zu führen.

Die Alternative: Der sanfte Weg zur Angstfreiheit

Ich glaube an den sanften Weg über die Hypnosetherapie oder kinesiologische Balancen. Dies aus dem einfachen Grund: Ich habe noch keinen Spinnenphobiker, keine -phobikerin kennen gelernt, der oder die mir seine Phobie logisch erklären kann. Alle können mir jedoch genau das Gefühl und die Körperreaktionen beschreiben. Wenn die Reaktion nicht im Logikhirn stattfindet, ist wahrscheinlich eine andere Instanz für die Reaktion zu ständig. Diese Instanz ist das Unterbewusstsein. Hier sind unsere gelernten Überlebensmuster, unsere Glaubensätze und unsere Handelsweisen gespeichert. All das, was uns so selbstverständlich dünkt, dass wir nicht mehr darüber nachdenken. Der Verstand kontrolliert das logische Denken, nicht jedoch das Unterbewusstsein.

 

Viel energievoller als das Vermeiden, viel sanfter als die blanke Konfrontation und um nichts weniger effektiv ist es, diese im Unterbewussten gespeicherten Gefühle offenzulegen, sie neu zu bewerten und den gespeicherten Stress abzubauen. Dabei arbeiten Unterbewusstsein und Bewusstsein, also Logik, Verstand, Körper und die Gefühlswelt zusammen. Dies mit einfachem Ziel, dass du deine Wäsche dann hängst, wenn du dies möchtest, und nie mehr deinen 8jährigen Sohn bitten musst, die Spinne für dich zu entfernen.