Zugegeben, der erste Kurs zu den Energielehren nach der traditionellen chinesischen Medizin, fühlte sich teilweise so an, als wäre die Kurssprache Chinesisch. Das Denken und Fühlen in Zyklen und Abhängigkeiten, nicht jedoch in linearem Ursache-Wirkung-Phänomenen, trifft mein Empfinden und mein Denken. Die Sprache der Elemente gibt nicht einzig Erklärungsmodelle, sie ermöglicht den echten Austausch über das, was du erlebst, fühlst oder erreichen möchtest.
Der Mensch als Wesen zwischen Himmel und Erde erlebt im Innern die gleichen Phänomene, wie wir sie im Äussern beobachten können. Im Frühling erleben wir die pushend Energie, wir wollen raus aus dem Winterschlaf und die Welt entdecken. Wir wollen Neues entdecken, wachsen, uns persönlich entwickeln. Die Kraft entfacht das innere Feuer, wir erleben die Freude über unsere Projekte und fühlen uns verbunden mit der Welt. Im Spätsommer kommen wir zur Ruhe: Wir blicken zurück auf Erlebnisse, freuen uns auf neue Abenteuer und möchten erst mal alles Erlebte wirken lassen. Die Bäume machen es uns vor und lassen mit den Herbststürmen Vergangenes gehen, wir ziehen uns zurück und sammeln unsere Energie nach Innen. In der vermeitlichen Stille des Winters, in der alles zu Ruhen scheint, können wir uns an unseren inneren Kern erinnern: Was will ich und wohin geht mein Flow im nächsten Zyklus?
Genau - dieser Kreislauf lässt sich auf ein Jahr, einen Tag oder auch auf eine einzelne Tätigkeit übertragen. Immer wieder starten wir, freuen uns, lernen, verändern uns und sammeln neue Kraft.
Das Prinzip der fünf Elemente steckt in jedem von uns. Manchmal geben wir einem mehr oder einem anderen mehr Gewicht. Manchmal präsentiert sich das Element bereits in der Beschwerde. Manchmal entdecken wir diese Ungleichgewicht über schmerzende Akupunkte, manchmal zeigt es sich an Schmerzen im Körper. Es sind einfache Fragen, die uns die Elemente stellen. Manchmal fällt uns die Beantwortung einer Frage schwerer, als wir gedacht hätten:
Wo willst du wachsen im Sinne von besser werden?
Wann oder wo fühlst du dich eingeschränkt?
Wo bist du flexibel?
Wann willst du mit dem Kopf durch die Wand oder bist ungeduldig?
Was macht dir Freude?
Wo und wann fühlst du dich Verbunden?
Was passt zu dir?
Was passt nicht zu dir?
Wo bist du zu durchlässig?
Wo bist zu verschlossen?
Wo bist du voller Vertrauen?
Wann weisst du, dass es immer weiter geht?
Was gibt dir Halt? Worauf stützt du dich, wenn es schwierig wird?
Was erfüllt und nährt dich?
Was ist dir wertvoll?
Wo bist streng oder konsequent?
Wann folgst du einer klaren Struktur?
Wie merkst du, dass es Zeit wird, Dinge loszulassen?
Wann erlaubst du dir, traurig zu sein?
Wann bist du im Flow?
Wie und wozu setzt du deine Willenskraft ein?
Wann fühlst du dich machtlos oder gar ohnmächtig?
Wo fühlst du dich blockiert, überhitzt oder gefroren?
Dabei sind obige Fragen erst den Einstieg in das komplexe Thema der fünf Elemente. Denk daran, wir bewegen uns in Zyklen, in Abläufen und Wiederholungen. Wir sind nicht im kausal-linearen Denken, dass wir in der modernen, westlichen Welt oft als wahr vermittelt bekommen haben.
Wir leben zwischen Himmel und Erde. So spielen sich auch die Balance oder das Ungleichgewicht der Element auf verschiedenen Ebene:
Dies entspricht der physischen Ebene. Die Ebene des Körpers, der greifbaren Strukturen wie Knochen, Muskeln, Organe. Diese Ebene hat ihre Gesetze, Meridiane und Punkte.
Dies entspricht dem mentalen und energetischen Körper. Das, was uns zum individuellem Wesen macht. Auch der Konzept der fünf-Wandlungsphase im engeren Sinn ist hier zu Hause.
Die entspricht der geistigen oder spirituellen Ebene. Die persönliche Färbung, den Weg unserer Bestimmung oder einfach unser Empfinden aus dem Herzen heraus sind hier eingeordnet.
Das Denken in Ebenen findest du in meiner kinesiologischen Arbeit und zeigt sich in den Sprachen der Veränderung. Immer wieder stelle ich fest, dass wir ein Ziel oder eine Beschwerde aus verschiedenen Ebenen beleuchten können. Persönlich habe ich die Erfahrung, dass die Wirkung da am eindrücklichsten ist, wo du dich wohl fühlst. Für mich sind sie alle mir ans Herz gewachsene Werkzeuge.